Pressestimmen
Wenn Kinder zu Hause der Pflege bedürfen
Beim Wäsche waschen die Welt entdecken
Neuer ambulanter Pflegedienst für Kinder - Lücke zwischen Freiburg und Tübingen wird geschlossen
Auch Kinder können pflegedürftig werden - nicht erst am Beispiel des siebenjährigen Manuel ( der SÜDKURIER berichtete) ist dies vielen Menschen klar geworden.
Manuel hat sein Leben bisher in der Klinik verbracht und sollte endlich nach Hause. Weil der behindertengerechte Umbau der Familie jedoch viel Geld kostet, initiierte der SÜDKURIER eine Spendenaktion mit überwältigendem Erfolg (siehe 1. Lokalseite). Zwar darf Manuel nun schon bald wieder nach Hause, vergessen werden darf jedoch nicht, dass er "pflichtbeatmet" werden muss und eine spezielle Pflege benötigt. Ein solcher häuslicher Pflegedienst nur für Kinder hat sich nun in Tannheim etabliert, im Wolfbach 14.
Jens und Ilona Wehrle haben zum Jahresbeginn diese ambulante Kinderkrankenpflege aus der Taufe gehoben. Seit dem ersten Januar des Jahres gibt es "KIDI", der mit momentan vier angestellten Mitarbeitern häusliche Rundumpflege für Kinder anbietet. Und das mit Jens Wehrle ein hoch motivierter Fachmann den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt - und für die gesamte Region eine Lücke gefüllt hat, wird im Gespräch deutlich.
Ich hatte den Traum, einen ambulanten Pflegedienst speziell für Kinder einzurichten, seit meiner Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger Ende der 80-er Jahre, berichtet er. Damals gab es bundesweit gerade mal zwei solcher Pflegedienste für Kinder. Nach der Ausbildung kam eine siebenjährige Tätigkeit auf der Kinder-Intensivstation in der Villinger Klinik, wo er auch seine heutige Frau Ilona kennen lernte, die damals ihre Ausbildung in der Kinderkrankenpflege absolvierte.
Eine mehrjährige Weiterbildung zum Pflegedienstleiter in Heidelberg schloss sich an. Im Juli 99 kam es zu der Entscheidung, die Stelle an der Klinik Villingen zu kündigen und in den ambulanten Pflegedienst zu wechseln. Ein Kind, das er längere Zeit in der Klinik versorgt hatte, wurde nach Hause entlassen, Grund genug für Wehrle, in die häusliche Pflege einzusteigen.
Durch seinen Kontakt mit anderen Kinderpflegediensten, von denen die nächsten in Freiburg und Tübingen ansässig sind, wurde er darauf aufmerksam gemacht, wie notwendig eine regionale, nur für Kinder zuständige Einrichtung sei.
Für die Tübinger oder Freiburger Kollegen war der Anfahrtsweg einfach zu weit, das rechnete sich für die nicht mehr. Und reifte der Entschluss bei mir, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, erklärt es Wehrle.
Im Moment seien es zwei Kinder, die daheim versorgt werden, darunter ein Mädchen, welches ähnlich wie Manuel, pflichtbeatmet werden muss. Im Dreischichtdienst wechseln sich die vier ausgebildeten Kinderkrankenpfleger bei der Betreuung der Kinder ab.
Manuel wird von uns zur Zeit dreimal die Woche aus der Klinik in die Schule begleitet und wenn er ab Mai dann daheim sein wird, gibt es eine 24 Stunden Betreuung, berichtet Wehrle.
Allerdings gäbe es natürlich auch andere Kinder, die der Pflege bedürfen, wenn auch nicht auf solch intensivem Niveau. Gerade wenn es um Frühgeborene geht, sieht Wehrle sich und seine Kollegen in der Pflicht. Oft seien die Eltern solcher Kinder höchst verunsichert, aufgrund der großen Erfahrung durch die spezielle Ausbildung in der Kinderkrankenpflege könne man weiterhelfen.
Immer öfter würden Kinder auch nach einer Operation kurze Zeit im Krankenhaus belassen und schon bald wieder nach Hause entlassen. Auch hier bietet sich der Pflegedienst an. Der Arzt schreibt eine Verordnung aus, die Kosten übernimmt die Krankenkasse, eine Privatabrechnung ist allerdings auch möglich.
Besonders stellt Wehrle die Zusammenarbeit mit anderen Therapeuten in den Vordergrund, mit den Ärzten und der Kinderklinik. Auf jeden Fall könnte Wehrle in nächster Zeit nochmals vier Mitarbeiter beschäftigen, mindestens wie er sagt.
Seine Frau Ilona steht jedenfalls schon in den Startlöchern. Sobald der kleine Matteo in den Kindergarten kommt, wäre es für sie ebenfalls möglich, zeitlich begrenzte Pflegedienste zu übernehmen.
SÜDKURIER JANUAR 2001
KIDI ambulante Kinderkrankenpflege
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Hier stellen wir Ihnen in Kürze weitere Pflegekräfte vor
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